Über uns

Während der letzte unaufdringlich, melancholische Karmakabsong aus meinem Kopfhörer klingt, gehe ich die Stufen zu den Peakrider Studios hinauf, wo die Band ihren Proberaum hat. Ich habe Karmakab nun schon ein paar Mal gezielt live gesehen und würde Sie gern in meinem Management betreuen.

Ich vernehme eine angeregt lautstarke Unterhaltung gepaart mit dem Duft nach frisch gemahlenem Kaffee aus der Küche des Studios und treffe auf den Sänger und Gitaristen Josh Pschunder, der gefühlt viele, sehr viele Tassen Kaffee getrunken hat, während „Hellmood Asberger“ (Bass) fortwährend euphorisch erregt vom neuen Album spricht. Drummer David Suhlrie, der erst seit kurzem bei der Band ist, bastelt derweil in Hamburg an seinem Musikstudium. Da mich die Menschen hinter dieser von verschiedenen Einflüssen geprägten Musik interessieren, möchte ich mehr erfahren?

Wie bist du zur Musik gekommen Josh? "Ich habe mir intuitiv und kindlich naiv mit 4 Jahren eine Gitarre gewünscht, um der heimischen Desaströsität einen Wohlklang entgegenzusetzen. Der sehnlichst erhoffte Wohlklang stellte sich leider erst sehr viel später ein! "

Wie würdest du deine Kindheit beschreiben ...Josh? „ Hoffnungsvoll, hoffnungslos! Ich ging auf eine katholische Privatschule, der Beichtstuhl war tägliche Routine! Immer irgendwie ein schlechtes Gewissen! Wegen meiner körperlichen Unterentwicklung sollte ich zwangsrelegiert werden. Alle vermeintlich für mein Wohl Verantwortlichen haben es dann aber bei einer Nichtversetzung belassen, was die Beziehung zu meinem Vater keineswegs verbesserte. Die Gitarre war für mich dann therapeutisch äußerst wertvoll, um den Wechsel von väterlichem Entzug und mütterlicher Zuwendung zu bewältigen. Als mein Deutschlehrer dann sogar befand, ich wäre de facto überflüssig und würde den anderen Schülern nur die Luft zum Atmen nehmen....., war der Weg auf die Bühne wohl geebnet...da dort die Luft bekanntlich dünner ist.“

Wie würdet Ihr euren Musikstil begreifen? Als Dandy Indie Pop. Während Indie ja schon eine gewisse Unabhängigkeit in sich birgt, ist das Dandytum eine Lebenseinstellung der Unabhängigkeit von bürgerlichen Zwängen sowie einem ungezwungenen Verhältnis zu Geld. Die Welt ist schlecht und zum Untergang bestimmt. Viele Künstler waren oder sind ja Dandys. Beau Brummell, der ja als erster Vertreter des Dandytums gilt, ist ja im Irrenhaus gelandet. Wir versuchen uns mit unserer Musik davor zu bewahren und vielleicht ja noch den einen oder anderen. ;)

Was ist mit dir „Hellmood“? 
"Ich denke……..…ich bin soweit ganz………ok .....so einigermaßen! Mit der Erkenntnis, dass Beide, neben der wunderbaren Musik, noch eine Gemeinsamkeit haben....eine Briefkastenphobie, verlasse ich das Studio und freue mich auf eine kreative und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Florian Hiske